P U B L I K A T I O N E N / DVDs

DADA ist – wie der DADA-Erfinder Hugo Ball – auch hundert Jahre nach der prägenden Szene, in der er im Frühsommer 1916 als „magischer Bischof“ in Zürich seinen weltberühmten Auftritt hatte, immer noch ein großartiges Rätsel.


Die Schweiz hat ihm im Jubiläumsjahr 2016 eine Briefmarke gewidmet, in Deutschland ist er immer noch kaum bekannt. Bis heute ist der Erfinder DADAs einer der großen unbekannten Größen der Geistesgeschichte. 


Hugo Ball war bis 1914 Dramaturg in München an den Kammerspielen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Kriegsfreiwilliger zurückgestellt wird er zum Kriegsgegner und emigriert mit seiner späteren Frau Emmy Hennings 1915 nach Zürich, wo sie das Cabaret Voltaire gründen, die Wiege DADAs.


Dieser erste Film über Hugo Ball erzählt seine Lebens- und Werkgeschichte bis zur Schließung der Galerie DADA im Jahr 1917 und bietet einen erhellenden Einblick in die Zeit DADAS - bevor DADA da war und wie sich DADA entfaltete.


2018 | Regie: Karl Piberhofer | Bildgestaltung: Olaf Merker | 92 min. | Dokfilm | mit Frank Arnold, Ursina Lardi, Michael Braun, Eckhard Faul, Simone Kornappel, Norbert Lange und Bärbel Reetz.




TRAILER


Der Film ist als DVD zum Preis von 14,80 € (Versand 16,80 €)  gegen Vorkasse erhältlich. Bestellung bitte per Email: pKpfilm@web.de


B E S T E L L F O R M U L A R

Wer mit dem Zug nach Köln anreist, kann das Hauptwerk des Architekten Peter Busmann nicht übersehen. Zusammen mit seinem Partner Godfrid Haberer hat er das Museum Ludwig und die Kölner Philharmonie entworfen und gebaut. In Zusammenarbeit mit Dani Karavan haben sie den Museumskomplex mit dessen Gesamtkunstwerk „Ma`alot” zum Rhein hin gestaltet. 


Im Film zeigt und erläutert Peter Busmann  in Begleitung von Godfrid Haberer die Geschichte und Hintergründe seiner Baukunst - neben dem Museum Ludwig und der Philharmonie - an einigen paradigmatischen Werken wie dem Max-Ernst-Gymnasium (Brühl), der Hochschule für Musik und Tanz (Köln), der Begegnungsstätte Alte Synagoge und dem Von-der-Heydt-Museum (Wuppertal).


Peter Busmann erzählt frei und offen von seinen Beweggründen, Erfahrungen und Konflikten.


„Peter Busmann – Skizzen zum Lebenswerk“ (von Karl Piberhofer und Olaf Merker / MUSIK: Peter Busmann und Godfrid Haberer / Dauer 45 min.) wurde anlässlich des 80. Geburtstags von Peter Busmann im Auftrag der BHBVT ARCHITEKTEN Busmann, Haberer, Bohl, Vennes, Tebroke (www.bhbvt.de) produziert. Hier der TRAILER des Films.



Der Film ist als DVD zum Preis von 14,80 € (Versand 16,80 €)  gegen Vorkasse erhältlich. B E S T E L L F O R M U L A R

 

Bestellung bitte per Email: pKpfilm@web.de

J A H R B U C H   F Ü R   

K U L T U R P O L I T I K   2 0 0 9


Jahrbuch für Kulturpolitik 2009. Thema: Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik. Hrsg.

Für das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. von Bernd Wagner. 

Klartext Verlag 2009. 505 Seiten.


FOTOS: fotomemex / Karl Piberhofer,  19.90 €


Autoren: Roland Bernecker, Micha Brumlik, Rainer Eckert, Aytac Eryilmaz, Viola Georgi, Hermann Glaser, Katrin Göring-Eckardt, Monika Griefahn, Monika Grütters, Horst-Alfred Heinrich, Thomas Krüger, Norbert Lammert, Klaus-Dieter Lehmann, Camille Mazé, Erik Meyer, Hans-Joachim Otto, André Schmitz, Eva-Maria Stange, Wolfgang Thierse, Helga Trüpel und Karin von Welck, u.a.

Hugo Ball – der magische Bischof der Avantgarde. Hg. Von Michael Braun. Verlag Das Wunderhorn 2011

148 Seiten, 18,90 Euro


Mit den Beiträgen von

Michael Braun: Das Rätsel Hugo Ball 

Ernst Teubner: Hugo Ball, Ein Lebensbild in Umrissen

Bärbel Reetz: Emmy Hennings und Hugo Ball – „ein wunderliches Paar“

Eckhard Faul: Hugo Ball und die Pfalz

Gerhard Deny: Askese und Veitstanz: Hugo Ball und Hermann Hesse

Michael Braun: Katholizität und Anarchie: Hugo Balls Passionen

Norbert Lange: „Gadji Beri Bimba“ – Hugo Balls Sprachenwunder

Karl Piberhofer: An der Wiege des Dadaismus wird gesungen. Zu Hugo Balls Totentanz 1916

Hugo Ball: Totentanz 1916

Gerhard Deny: Gegenwelten. Die religiösen Fluchtlinien Hugo Balls

Urs Allemann: das haben Sie gewaltet / eine verhornung

die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik.

Monogramme des Efeu. Inventuren und Zustandsvermutungen.

Zusammengestellt von Jürgen Krätzer. 57. Jahrgang / Ausgabe 248/ 4. Quartal 2012 / Wallstein Verlag

Fotos von Josef Winkler, Bilder von Kathrin Hänsel.


Der Band versammelt Essays, Prosa, Lyrik und Gespräche, die alle – mal enger, mal weiter – um ein Thema kreisen: Wie lässt sich die Welt heute beschreiben? Was ist sicher?

Mit Beiträgen von Johano Strasser, Friederike Mayröcker, Kurt Drawert, Wolfgang Hegewald, Johann P. Tammen, u.a.,


Karl Piberhofer: Geniereise oder Fluchtbewegungen? Zu Hesses Frauen von Bärbel Reetz


Eine Rezension des Bandes:

Bärbel Reetz, Hesses Frauen.  Suhrkamp / Insel Taschenbuch 4124. Berlin 2012

Lyrik-Taschenkalender 2014 

Gedichte, ausgewählt und kommentiert von Michael Braun 

sowie 17 Dichter*innen.

160 Seiten /  15,80 € / Verlag das Wunderhorn 2013

Was ein Gedicht alles kann. Der Lyrik-Taschenkalender 2014


Nein, man steht nicht „wie der Ochs vorm Berg“, wenn man Gedichte liest.
Der Widerwille, sich auf Gedichte einzulassen, der in unserem Land schon in der Schule geweckt wird, gehört wohl mittlerweile zum selbstbezüglichen Habitus derer, die in Deutschland das Sagen haben oder meinen, sie hätten etwas zu sagen.
Selbst das gehobene Feuilleton, wie das der ZEIT, hat alle Neugier verloren und geniert sich nicht, Lyrik zu ignorieren. In ihrer Literaturbeilage (Herbst 2013) werden angeblich „[d]ie wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes“ vorgestellt, aber kein einziger Gedichtband ist darunter. Auch in der Auswahl der „20 Bücher“, die man für den „INTELLEKTUELLEN SMALL TALK“ „unbedingt lesen sollte“, kommt Poesie, kommt Lyrik nicht vor.

Dabei kann man nur staunen, was ein Gedicht alles kann. Wie darin Sprache zur Sprache gebracht wird. Wie darin mit Sprache Sprachgrenzen verschoben werden oder – wie es in diesem Lyrik-Taschenkalender für das Jahr 2014 an einer Stelle heißt:

„Gedichte sind Strömungsformen, die weiter reichen als Sprachgrenzen.“

Allerdings finden sich Sprachwunder, die Gedichte hervorbringen können, selten in einer solchen Dichte wie im vorliegenden Taschenkalender. Unbeschreibbar und ohnegleichen: „Tragik“ von Selma Meerbaum-Eisinger. 

Ja, es ist ein Kalender: Für jede Woche findet sich ein Gedicht samt Kommentar.
Das Kalendarium ist jedoch nur das kleine Plus, das man als solches nutzen und stets in der Tasche bei sich haben kann.
Aber man lasse sich nicht täuschen. Dieser als Kalender verkleidete Gedichtband ist vielmehr eine Lyrik-Anthologie erster Güte.

mehr unter:

http://www.satt.org/literatur/13_11_lyrikkalender.html

Hugo Ball Almanach. Studien und Texte zu Dada

Herausgegeben von: Hugo-Ball-Gesellschaft und Stadt Pirmasens

Redaktion: Eckhard Faul


Hugo Ball Almanach. Neue Folge 7

2016

edition text + kritik



Aus Anlass des 100. Geburtstags von Dada veröffentlicht der neue Hugo-Ball-Almanach u. a. aktuelle Forschungsliteratur zu den Begründern Dadas und zu seiner Geburtsstätte, dem Cabaret Voltaire in Zürich. Neben dem vielfältigen Werk seines Namensgebers beschäftigt sich der 1977 von der Stadt Pirmasens ins Leben gerufene Hugo-Ball-Almanach auch mit Autoren und Künstlern aus dem Umkreis Balls und des Züricher Dadaismus sowie der benachbarten Kunstströmungen. Im Zentrum des Bandes steht der 100. Geburtstag von Dada. ...


Mit der von Hugo Ball und Richard Huelsenbeck 1915 in Berlin organisierten Gedächtnisfeier für gefallene Dichter dokumentiert Karl Piberhofer ein wichtiges Ereignis auf dem Weg zu Dada. Das Coverbild des Hugo-Ball-Almanachs veranlasst Hans Dieter Zimmermann, sich mit Marcel Janco und dessen Zeit in Israel sowie dem heutigen Janco Dada Museum in Ein Hod bei Haifa zu beschäftigen. Ein Ausstellungsprojekt zu Hugo Ball in dessen Heimatstadt Pirmasens präsentiert Barbara Kuon. In dem literarischen Beitrag »Gummiseele« paraphrasiert Bernhard Rusch Hugo Balls »Tenderenda der Phantast«, und Adrian Notz stellt wie stets die aktuelle Arbeit des Cabaret Voltaire in Zürich vor. Abgeschlossen wird der Band mit Rezensionen sowie einem Personenregister.

Am 5. Februar 1916 gründete Hugo Ball mit seiner Freundin Emmy Hennings in Zürich in der Spiegelgasse 1 das „Cabaret Voltaire“. Die „Dada“-Bewegung war geboren. Karl Piberhofer blickt auf die aktuelle Rezeption der Bewegung und empfiehlt Bücher zum Thema.

100 Jahre DADA - Ein faszinierender Schatz

(...)    DADA ist ein Schatz, der immer neu und nicht so leicht zu heben ist. Eines seiner Freude- und Sinn-Potentiale wurzelt in der Kindlichkeit, die für den DADA-Erfinder Hugo Ball Quelle und Versprechen ist:

„Alle Träume der Kindheit sind selbstlos und gelten der Wohlfahrt und Befreiung der Menschheit. Geboren werden die Menschen allesamt als Erlöser und Könige. Aber die wenigsten vermögen sich zu behaupten, oder, wenn sie sich schon verlieren, sich wiederzufinden. Wer das Leben befreien will, muß die Träume befreien.

In der Kindheit erträumen die Menschen sich ein so selbstverständliches Ideal ihrer selbst und der Welt, daß die Erfahrung sie nachher immer enttäuschen muß. Die Berichtigung tritt unversehens ein und der Schock davon ist meistens derart, daß eine gewisse Empfindlichkeit in diesem Punkte niemals erlischt. Wer den Traumschatz der Menschen zu heben vermag, der kann ein Erlöser werden.

Zwischen Traum und Erfahrung liegen die Wunden, an denen die Menschen sterben. Hier liegen die Gräber, aus denen sie auferweckt werden.“

Da DADA diesen Traumschatz anzapfen kann, verliert DADA nie seine Zauberkraft.    


Zur DADA-Faszination zählt auch, dass DADA scheinbar mehr als andere Kunstfiguren zum Phantasieren, Spinntisieren, Erfinden und Verfälschen einlädt und auch seriöse Wissenschaftler dabei gerne mitspielen... 


Ohne Zweifel trägt dieses Gebrummel, Gesumme und Gemurmel um DADA zu seiner Mystifikation bei - so wird es auch bleiben und auch nach den vergangenen 100 Jahren weitergehen...

mehr unter:

http://faustkultur.de/2551-0-100-Jahre-Dada.html#.WEvH9oUcGHk

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Sonnenbergs Schilderung der Ereignisse und Veränderungen des Buchmarkts am Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er Jahre kann, wie das umfangreiche Kapitel »Organisationsfragen der ›revolutionären Literaturproduktion‹ – Literaturproduzenten fordern Demokratisierung und Mitbestimmung (1967–1970)«, durch viele weitgehend unbekannte Details beeindrucken. Überhaupt scheint es auf den ersten Blick die Stärke der vorliegenden Darstellung zu sein, weitgestreutes Quellenmaterial zu präsentieren, das auch viele bisher unveröffentlichte Dokumente einbezieht. (...)

Die Arbeit des linken Buchandels war ein nicht unbedeutender Beitrag zur Demokratisierung der bundesrepublikanischen Gesellschaft, der Veränderung einer formierten hin zu einer offenen Gesellschaft. Durch ihn kam es politisch durchaus wirksam neben dem „Marsch durch die Institutionen“ zur Gründung vielfältiger Institutionen, die eine offene gesellschaftliche Partizipation unterschiedlicher Minderheitenpositionen ermöglichen. Die Entstehung und Entwicklung der Frauen-, Schwulen- und Lesben, der Umwelt-, der Menschenrechts- und  Solidariätsbewegungen läßt sich an der Geschichte des linken Buchhandels ebenso nachvollziehen wie die Veränderung der Wissenschaftskultur, der Ausbildung, der Öffentlichkeit und politischen Kultur oder des Alltagslebens, um nur einige Bereiche zu nennen. Eine spannende Entwicklungsgeschichte, für die im vorliegenden Band leider nur Anhaltspunkte geliefert werden. (...)


Karl Piberhofer

(Ich danke Heipe Weiss für seine Begleitung durch Buch und Rezension.)


Aus der Besprechung für das „Archiv für Geschichte des Buchwesens“, Band 71 (2016) (Verlag De Gruyter; hrsg. von der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.)

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Hugo Ball Almanach. Studien und Texte zu Dada

Herausgegeben von: Hugo-Ball-Gesellschaft und Stadt Pirmasens

Redaktion: Eckhard Faul

Hugo Ball Almanach. Neue Folge 9,  2018 edition text + kritik


Inhalt (Seite 133 ff.)


Karl Piberhofer

Wo das Wort Dada herkommt. Oder »Dada ist die beste

Lilienmilchseife der Welt« – oder die »unerfindliche Phantastik«

des Wortes Dada!?!

(...)

Die lexikalische Übersetzung mag vielleicht nicht der einzige, aber doch ein gewichtiger Auslöser für Hugo Balls Erinnerung an eine Anzeige gewesen sein, die für Lilienmilch-Seife warb und die regelmäßig in der Zeit im Bild auftauchte. Für diese »Moderne illustrierte Wochenschrift« arbeitete Hugo Ball von September 1914 bis zu seiner Flucht in die Schweiz Ende Mai 1915. 

(...)

Die Annonce warb mit dem Slogan »Steckenpferd-Seife ist die beste Lilienmilch-Seife« und »Überall zu haben.« ...


»Man hat nur den Krieg im Kopf und nichts als den Krieg. Kriegsberichte, Kriegshunde, Kriegskonterbande, Kriegspfannkuchen, Kriegslazarette etc.« – »und ich warte auf den Frieden, der mir mehr am Herzen liegt als der Krieg.«


Da erscheint der Slogan »Steckenpferd-Seife ist die beste Lilienmilch-Seife« und das unschuldige Erscheinungsbild der Anzeige in all der ihn bedrängenden Kriegszeichen wie eine tröstliche Konstante, eine in die Kriegszeit hinein gerettete Reminiszenz an die Friedenszeit, wie eine stete freundliche Aufforderung zur Reinigung – im übertragenen Sinn – für eine Kopf- , ja – eine Gehirnwäsche....